„Lange Freigabe­schleifen können wir uns nicht leisten“

Instagram ist nur was für Teenies und Fußballstars? Weit gefehlt. Wie PistenBully den Kanal erfolgreich für seine B2B-Kommunikation nutzt, erzählt Social Media Managerin Megan McClelland im Interview.

Täglich laden Instagram-User weltweit über 80 Millionen Bilder auf die Plattform. Doch wie stelle ich sicher, dass mein Content auch bei meiner Zielgruppe ankommt? Einen sehr erfolgreichen Instagram-Account unterhält Kässbohrer für die Marke PistenBully. Über 15.000 User folgen ihm. Megan McClelland, Social Media Managerin bei PistenBully, erklärt wie Instagram auch B2B funktioniert.

Megan McClelland war Ski-Lang­läuferin auf höchstem College-Niveau. Nach ihrem Abschluss zog sie von der Ost- an die Westküste und verliebte sich in den wunderschönen Staat Kalifornien. Nach verschiedenen Stationen im Marketing, fing sie 2014 bei Kässbohrer All Terrain Vehicles an.

Was sie an Social Media gut findet? Es bietet vielen kleinen Unternehmen mit wenig Marketing-Budget eine Spielwiese, um auch großen Namen Paroli bieten zu können.

Frau McClelland, sind Sie in Ihrer Freizeit auf Instagram und Facebook unterwegs?

Ja – ich nutze beides regelmäßig. Ich lebe am wunderschönen Lake Tahoe in Kalifornien und bin in meiner Freizeit sehr viel unterwegs. Beim Skifahren, Radfahren, Wandern oder Joggen entstehen schöne Motive, die ich vor allem auf Instagram teile.

Und seit wann nutzen Sie Instagram bei Kässbohrer?

Seit Anfang 2014. Damals habe ich angefangen, bei Kässbohrer zu arbeiten und den Instagram-Account aufgebaut. Mittlerweile kümmern wir uns zu zweit darum. Ich bin unter anderem für alle PistenBully-Plattformen in Nordamerika zuständig und mein Kollege in Deutschland kümmert sich um weitere internationale Accounts. Pro Woche veröffentliche ich etwa fünf bis zehn Beiträge auf Facebook, zwei bis drei bei Instagram und einen bei LinkedIn. Twitter nutzen wir überwiegend für die Event-Berichterstattung.

Warum ist Instagram wichtig für Kässbohrer und die Marke PistenBully?

Instagram ist eine populäre Plattform mit hohen Wachstums­raten. Unsere PistenBully kommen in den atemberaubendsten Berglandschaften zum Einsatz und davon haben wir unzählige großartige Fotos. Das macht unsere Motive für jeden Wintersportfan interessant, ob sie nun unsere Produkte kennen oder nicht. Wir wären ja verrückt, dieses enorme Potenzial nicht auszuschöpfen!

Wir wären ja verrückt, dieses enorme Potenzial nicht auszuschöpfen!

Was war Ihr größter Erfolg auf Instagram?

Die Vorstellung unseres Pisten- und Flottenmanagementsystems SNOWsat war sehr erfolgreich. Das Produkt ist relativ neu in der Branche. Schnell haben wir gemerkt, dass das Interesse daran groß ist. Einige User kommentierten die Beiträge und stellten uns Fragen, etwa wie das System funktioniert oder wo es bereits zum Einsatz kommt. Diese Fragen haben wir öffentlich beantwortet. Jeder, der sich den Beitrag nun ansieht, kann auch alle zusätzlichen Informationen lesen. Der große Vorteil: Anders als bei einer Pressemitteilung, fühlen sich die Instagram-Kommentare weniger nach Produkt-PR oder Werbung an. Während wir zur Verbreitung unserer Produktinformationen auf Messen und Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen waren, nutzen wir heute zusätzlich Instagram.

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Ein Überblick über den Instagram-Account von @pistenbullyworld. Mehr als 15.000 Abonnenten schauen sich regelmäßig die Beiträge an.

Das bedeutet, Instagram hat Potenzial für die B2B Kommunikation?

Ja, ich denke schon. Es ist eine gute und kostenlose Plattform, mit der wir viele Menschen mit unseren Botschaften erreichen. Darüber hinaus bietet Instagram eine großartige Möglichkeit, mit einem Bild neue Produkte vorzustellen, Geschichten über unsere Kunden zu erzählen oder Einblicke in unser Unternehmen zu bieten. Außerdem arbeiten wir viel enger mit den weltweiten Marketing-Abteilungen unserer Kunden zusammen und profitieren gegenseitig von den Posts. Parallel dazu nutzen wir Plattformen wie LinkedIn oder setzen auf E-Mail-Marketing-Kampagnen, um mit technischen Beiträgen und detaillierten Produktinformationen verstärkt die Aufmerksamkeit der Kauf­ent­scheider zu wecken.

Der große Vorteil: Anders als bei einer Pressemitteilung, fühlen sich die Instagram-Kommentare weniger nach Produkt-PR oder Werbung an.

Und wer entscheidet, was auf Instagram gepostet wird?

Für die meisten unserer Beiträge bestimme ich den Inhalt. Wenn ich mir bei etwas unsicher bin, frage ich einfach bei meinen Kollegen um Rat. Häufig bekomme ich beeindruckende Bilder von unseren Kunden zur Verfügung gestellt, die ich noch am selben Tage online stelle – lange Freigabeschleifen können wir uns hierbei nicht leisten. Wir folgen zwar keinem konkreten Redaktionsplan für Instagram, aber unsere Abteilung legt in regelmäßigen Meetings fest, auf welche Produkte wir uns fokussieren, welche Athleten wir sponsern oder an welchen Events wir teilnehmen. Darauf zahlen dann auch unsere Social-Media-Beiträge ein.

Erfolgreiche Instagram-Posts von PistenBully

Woher wissen Sie, wie Ihre Beiträge bei den Usern ankommen?

Ob ein Beitrag ankommt oder nicht, zeigt sich meistens sehr schnell. Dafür schaue ich mir einfach an, wie häufig das Bild oder Video geteilt, kommentiert oder geliked wird. Am offensichtlichsten erkenne ich es natürlich, wenn unter den Inhalten Hashtags oder Verlinkungen wie #PistenBully oder @pistenbullyworld zu finden sind und ernsthafte Diskussionen zu den Beiträgen entstehen. Zudem stellt Instagram für User mit einem Businessaccount weitere Daten wie Reichweite und Interaktionen zur Verfügung. So behalte ich alles im Überblick.

Ihr Fazit zum Umgang mit der Bilder-Plattform?

Generell soll Instagram Spaß machen und optisch ansprechend sein! Veröffentlichen Sie Beiträge, die Sie auch als User sehen möchten. Denken Sie an Ihren eigenen Umgang mit Social Media Plattformen. Möchten Sie vier Fotos von einer Firma an einem Tag sehen? Wohl eher nicht.

7Tipps zu Instagram von Megan McClelland

  1. Kennen Sie Ihre Zielgruppe!
  2. Versuchen Sie nicht, etwas zu verkaufen. Niemand will ein direktes Verkaufsgespräch auf Instagram führen.
  3. Verwenden Sie ansprechendes Bildmaterial – schlechte Fotos will keiner sehen!
  4. Beobachten Sie Ihre Mitbewerber und machen Sie es besser!
  5. Analysieren Sie Ihre Zahlen und ziehen Schlüsse daraus!
  6. Hören Sie genau hin! Nehmen Sie Feedback ernst und reagieren Sie auf Kommentare.
  7. Erzählen Sie Ihre Geschichte! Jeder User, der sich entschieden hat, Ihrem Unternehmen zu folgen, ist an den Beiträgen interessiert.

  • Autor:
    Katharina Dickhoff
  • Datum:
    19.01.2017
  • Lesezeit:
    5 Mal wischen
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