Die Mitarbeiter­zeitschrift wird international

Mittelständische Industrieunternehmen, die international aufgestellt sind, müssen auch grenzüberschreitend mit ihren Mitarbeitern kommunizieren. Was bedeutet das für die Mitarbeiterzeitschrift?

Ob Puna, Peking oder Prag: Der „Laden“ läuft nur mit qualifizierten, gut informierten und hochmotivierten Mitarbeitern. In Fertigung, Entwicklung oder Verwaltung sind länderübergreifende Teams nur erfolgreich, wenn jeder weiß, wo’s langgeht. Eine internationale Mitarbeiterzeitschrift kann hier wichtige Dienste leisten. Für diese gibt es allerdings viele Möglichkeiten:

  • Eine einheitliche Ausgabe für alle Standorte,
  • ein Mantelkonzept mit übergreifenden, internationalen Themen und einem nationalen Teil,
  • ein Heft-im-Heft-Konzept, das den länderspezifischen Themen noch mehr Eigenständigkeit erlaubt,
  • oder gleich eine eigene Länderausgabe.

Dazu kommt, dass das Printmagazin nur ein Instrument im Orchester der internen Kanäle ist.

Im Kontext mit anderen Kanälen betrachten

An erster Stelle der weiteren Kanäle der internen Kommunikation steht das Intranet. In Unternehmen, die international akquisitorisch gewachsen sind, existieren oft sogar mehrere Intranets in den Ländern parallel. Zudem gibt es vielleicht einen Newsletter für die Mitarbeiter. Oder die interne Kommunikation plant gerade die Einführung einer Mitarbeiter-App. Und dann stellt sich noch die Frage, ob parallel zum gedruckten Heft ein Online-Magazin Kommunikationsaufgaben übernehmen und die Effizienz der Inhalte steigern könnte.

Die Entwicklung der internationalen Mitarbeiterzeitschrift ist also nur im Kontext mit allen internen Medien möglich. Wie soll die zukünftige Rollenverteilung der Kanäle untereinander aussehen (Storytelling, News, Dialoge, Community, etc.)? Und wie sollen Kanäle und deren Inhalte künftig zusammenarbeiten? Wer hier eine klare Zielvorstellung hat, kann Konzepte festklopfen.

Print wirkt nachhaltig

Bei der Suche nach dem richtigen konzeptionellen Ansatz gibt es zwar kein Patentrezept, aber die Stärken der jeweiligen Medien helfen dabei, die Komplexität zu reduzieren. So verspricht Print grundsätzlich eine höhere kommunikative Nachhaltigkeit. Mit Gedrucktem erzeugen Sie Aufmerksamkeit und bekunden Wertschätzung gegenüber Ihren Mitarbeitern. Außerdem können Sie mit Print alle Mitarbeiter zuverlässig erreichen (vorausgesetzt Sie stellen das Heft postalisch zu).

Das gedruckte Magazin eignet sich im medialen Miteinander deshalb gut als strategischer Kopf und als Instrument fürs Storytelling. Inhalte mit kurzer Halbwertzeit sind in den digitalen Medien besser aufgehoben. Dito Community-Building innerhalb der internationalen Belegschaft, Dialog und Evaluation.

Sprache der Leser sprechen

Kennen Sie die Bedürfnisse des internationalen Lesers / Mitarbeiters? Wie und wo will (und soll) er welche Medien nutzen? Welche Inhalte will (und soll) er wo lesen? Hier kann eine Mitarbeiterbefragung im Vorfeld Licht ins Dunkel bringen.

Last but not least stehen Macher vor der Frage: In welcher Sprache möchte der Leser kommunizieren? Hier gilt der Grundsatz: Wer von allen Mitarbeitern weltweit verstanden werden will und zusätzlich Nähe und Wertschätzung signalisieren möchte, der lässt das Medium in alle Landessprachen übersetzen. Für Mittelständler, die international durchgängig auf Englisch kommunizieren, reicht ein zweisprachiges Angebot.

Ziele abstecken

Dreh- und Angelpunkt jeder Unternehmenspublikation ist die Frage nach den Zielen: Was will ich mit meiner internationalen Mitarbeiterzeitschrift erreichen? Bei der Definition der Ziele rücken nun internationale Aspekte in den Fokus, zum Beispiel:

  • … das „Wir-Gefühl“ und die emotionale Bindung der Auslandsniederlassungen an das Mutterhaus in Deutschland stärken.
  • … länderübergreifende strategische Entscheidungen und Veränderungsprozesse top down / bottom up erklären.
  • … auch den Kollegen im Ausland Unternehmenswerte, Haltung und Selbstverständnis vermitteln.
  • … den Wissenstransfer unterstützten.
  • … einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung leisten und Menschen mit verschiedenen Mentalitäten unter einen Hut bringen.

Natürlich soll jede Mitarbeiterzeischrift irgendwie auf alle diese Ziele einzahlen, aber je deutlichere Schwerpunkte gesetzt werden, umso leichter lassen sich Konzepte mit klarer Kante und Profil entwickeln. Warum das  wichtig ist, erklärt Kollege Martin in diesem Blogbeitrag am Beispiel eines Printmagazins. 

Länder und Menschen einbeziehen

Vieles lässt sich aus der Zentrale steuern. Doch ein Mitarbeitermagazin, das aus den Ländern berichtet und auch deren Themen aufgreifen will, braucht engagierte Kommunikationspartner in den Auslandsniederlassungen. Um die internationale Mitarbeiterzeitschrift mit Leben zu füllen ist es daher eine zentrale Aufgabe, ein gut funktionierendes und gut koordiniertes Netzwerk aufzubauen.

Den Kommunikatoren kommt eine wichtige Mittlerfunktion zu. Sie sind Kontaktpersonen für die Belegschaft im jeweiligen Land und für die zentrale Unternehmenskommunikation. Wichtig ist es, von Anfang an Verbindlichkeit herzustellen: Klare Hierarchien, transparente Regeln und definierte Verantwortlichkeiten sorgen für einen funktionierenden Workflow, vermeiden Reibungsverluste und Frustration.

Kein Königsweg

Wer seine Mitarbeiter international mit den richtigen Themen und Geschichten erreichen möchte, muss Medien, Strukturen und Prozesse darauf ausrichten. Essenziell ist eine klare Zielvorstellung. Auf dieser Basis kann (muss) man ausprobieren und lernen, welche Themen und Inhalte bei den Kollegen im Ausland funktionieren und welche nicht.

Planen Sie eine internationale Mitarbeiterzeitschrift? Dann ist unser Entwicklungsworkshop vielleicht das Richtige für Sie. Gerne teilen wir unsere Erfahrungen aus bald 20 Jahren Magazinentwicklung mit Ihnen.

Ihre Ansprechpartner:

Steffen Beck Steffen Beck
Redaktionsleiter

Martin Reinhardt Martin Reinhardt
Redaktionsleiter


  • Autor:
    Ralf Schluricke
  • Datum:
    02.10.2018
  • Lesezeit:
    viel kürzer als ein Entwicklungsworkshop
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