Was macht ein gutes Foto aus?

Bilder in Magazinen sind das Futter für die Augen. Wer also den Leser verführen will, sollte statt visuellem Dosenfraß lieber fotografische Gourmetküche servieren. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Zutaten, um den Leser mit ungewöhnlichen Bildern zu überraschen und so Lust aufs Lesen zu machen.

Eines gleich vorweg: Üppige Bilderbudgets und satte Fotografenhonorare garantieren noch keine wirklich guten Bilder. Für ein gutes Foto benötigen Sie keine riesigen Summen. Was Sie brauchen, ist Kreativität und Mut. Mut, einen neuen Weg zu gehen, statt wieder das Naheliegende zu tun. Das gilt besonders für häufig wiederkehrende Motive.

Wie gelingt es also, selbst beim 100. Einzelporträt, Produkt- oder Gruppenfoto noch spannend und damit für den Leser interessant zu bleiben? Dazu benötigen Sie erstmal eine ausgefallene Bildidee. Bringen Sie die Person oder das Objekt in eine ungewöhnliche Situation. Gehen Sie raus aus der Komfortzone! Machen Sie das Gegenteil von dem, was Sie bisher gemacht haben! Zeigen Sie einmal die weniger bekannte, ungewöhnliche Seite. Und so richtig stark wird das Ergebnis dann durch das Zusammenspiel von Foto und begleitender Textaussage. Die setzt das ungewöhnliche Motiv wieder in den richtigen Kontext.

Eine weitere Möglichkeit, ausgetretene Pfade zu verlassen, ist der sogenannte formale Perspektivwechsel. Wählen Sie die Frosch- oder die Vogelperspektive. Gehen Sie extrem nah an das Objekt ran, oder fotografieren es aus maximaler Entfernung. Spannung lässt sich auch mit bewusst eingesetzten Unschärfen, besonderen Lichtstimmungen, Gegenlicht oder krassen Farbkontrasten erreichen.

Interview mal ganz anders

Typische Fotojobs für jedes Mitarbeiter- oder Kundenmagazin sind die Bebilderung des Interviews mit dem Geschäftsführer oder des Mitarbeiters, der über sein Projekt spricht. Wir zeigen Ihnen ein paar Alternativen zu drögen Klassikern.

Das Produkt ist der Star

Eine weitere, immer wiederkehrende fotografische Aufgabe lautet: „Wir brauchen ein Foto von dem Produkt im Heft.“ Auch hier darf es nicht langweilig werden. Schließlich machen wir keinen Katalog, sondern müssen einen Weg finden, selbst Objekte mit begrenzter Ästhetik hochwertig, geheimnisvoll oder dramatisch zu inszenieren.

Gruppen cool fotografieren

Je häufiger ein Thema vorkommt und je gewöhnlicher es ist, umso wichtiger ist es, nach einem besonderen Merkmal oder Akzent zu forschen. Ein Element das vor allem in Mitarbeitermagazinen häufig auftaucht, ist das Gruppenfoto. Vielen Fotografen ist das eher lästig und so werden Gruppenfotos oft ohne die nötige Aufmerksamkeit gemacht: Die Anordnung der Personen passt nicht und auch Licht und Hintergrund werden zu wenig Beachtung geschenkt. Das Ergebnis ist dann der klassische „Männerzaun“. Hier ein paar Beispiele, wie es besser geht:

Fazit: Die Mischung macht’s

Besonders für sich häufig wiederholende Motive ist es wichtig, die richtige Mischung aus Vertrautem und Überraschendem, Feinsinn und Glaubwürdigkeit zu finden. Setzt der Fotograf dazu geeignete fotografische Mittel ein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Leser Gefallen daran finden. 

  • Autor:
    Christoph Kalscheuer
  • Datum:
    25.09.2018
  • Lesezeit:
    kürzer als jedes Fotoshooting
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